Der gekaufte Besucher Teil I

Webkataloge und Verzeichnisse,


Im Normalfall freut sich ein jeder Webmaster über eine Flut von Besuchern. Je mehr umso besser, so kann er doch bei Einsatz eines entsprechenden Partnerprogramm noch den ein oder andere Euro verdienen. Bei den meisten Webmastern reicht es gerade zur Finanzierung des Webservers oder des Hostingpaketes.

Nun gibt es seit geraumer Zeit einen Service der sich da nennt Besuchertausch. Der teilnehmende User meldet sich bei dem Besuchertauschdienst an. Über einen vorgegebenen Link öffnet er in einem Browser ein neues Fenster und dort wird in einem vorgegebenen Intervall eine neue Seite geöffnet. Diese Seite bleibt je nach Anbieter zwischen 10 – 30 Sekunden geöffnet. Danach kommt die nächst Seite und so fort. Eine Aktion des Besuchers ist nicht zwingend vorgesehen. Es gibt Anbieter von Besuchertauschdiensten, welche eine Bewertung der angezeigten Seite anbieten, diese ist aber nicht zwingend. Selten kommt es vor das eine neue Anmeldung im Browserfenster gemacht werden muss. Die Motivation weitere User zu werben (Refferals) kommt aus der daraus resultierenden Belohnung, an dem Surfumsatz und Erfolg dieses geworbenen Users beteiligt zu werden. Schneeballsystem? Keine Rede.

Der beim Besuchertausch angemeldete Surfer kann während seiner Abwesenheit vom System oder im Hintergrund ohne Beachtung des Geschehens, die Seiten anzeigen lassen. Dafür bekommt er eine Anzahl von Punkten oder Credits auf seinem Konto gutgeschrieben. Diese Punkte kann er in Besucher für seine eigenen Projekte tauschen, oder  bei einigen Besuchertauschdiensten besteht die Möglichkeit, die ersurften Punkte in Bares umzutauschen. Ratio von 0,0001 Euro für 1000 ist da nicht selten. Tagesumsatz bei rund 800 besuchten Seiten unglaubliche 0,0025 Euro als einen viertel Cent.

Welchen Mehrwert hat nun dieser beschriebene Besuchertausch für meine Seite? Meiner Meinung nach, keinen! Denn der Besucher, der im Rahmen dieses Besuchertausches auf meine Seite kommt, sieht in der Regel nichts, macht in der Regel nichts und fördert somit auch nichts. Ich habe Traffic, aber keinen Mehrwert. Baue ich meine Seite so auf, dass Traffic in Werbung geht (Partnerprogramme, Onlineshop oder vergleichbares) so verursacht der Besuchertausch mir lediglich Kosten (Traffic -> Kosten) aber keinen Ertrag. Keiner der über den Besuchertausch kommenden Besucher klickt einen Banner oder kauft meine Waren / Dienstleistung nicht einer von 1000 Besuchern sieht sich auch nur eine Seite mehr an als vorgegeben.

Dem Betreiber dieses Besuchertausches bieten sich jedoch ganz andere Einnahmemöglichkeiten. So kann er „seinen“ Besucherstrom nun an dem meistbietenden Verkaufen, was auch getan wird. Schaue man sich bei eBay die diversen Auktionen an, so werden nicht selten tausende echte Besucher offeriert. Diese kommen dann auch aber wie weiter oben beschrieben, ohne wirklichen Mehrwert. Zusätzlich bieten die Surfdienste noch die bekannten Paidmails an. In den Surffenstern, welche in der Regel dreigeteilt sind, wir dazu noch weiter Werbung in Form von Bannern eingeblendet. Der Anbieter kann also, eine entsprechende Mitgliederschaft vorausgesetzt, ducht geschickt platzierte Werbung einen guten Umsatz erwirtschaften. Das Geld liegt halt auf der Strasse.

Gewinner sind somit lediglich die Betreiber von Besuchertauschdiensten. Meine Meinung

Ich habe in einem über 8 Wochen dauernden Versuch diese Erkenntnis gemacht. Dazu werde ich in einem weiteren Artikel meine Erfahrung schreiben. Die Seite wurde extra für diesen Besuchertausch Test ins leben gerufen. Nirgends anders als dort beworben. Mal sehen was passiert.

Bücher zum Thema:

in God we trust - the other pay cash
The first thing we do, let’s kill all the lawyers!(Henry the Sixt)