Der kleine grüne Wahl

Hier eine kleine Leseprobe aus dem Kinderbuch von Heidi Schönknecht. 
Tief unten im Meer, in einer großen Höhle, öffnete ein kleiner grüner Wal seine Augen. Ganz erstaunt blickte er sich um und fragte: „Wo bin ich hier? Was mache ich hier? Wer bin ich denn?“ Alles war so dunkel und kalt. Er hatte große Angst. Doch dann sah er ein kleines Licht am Ende der Höhle. Er schwamm dorthin und blickte durch ein großes Loch. Erstaunt sagte er: „Oh, da geht es ja weiter! Dort sieht alles so hell und groß aus. Ich muss hier raus und schauen, wohin und zu wem ich gehöre.
„Was ist denn das? In meinem Mund kribbelt und krabbelt es.“ Der kleine grüne Wal spuckte eine große Luftblase aus und sah, wie sich darin ein kleines Würmchen hin- und herbewegte. „Peng!“, machte es und die Blase zerplatzte. Das Würmchen stellte sich wütend vor den Wal und rief erbost: „Du wolltest mich fressen, du Großmaul, was fällt dir ein?“ Der kleine grüne Wal beteuerte, dass er niemals jemanden fressen würde und dass er es nicht bemerkt habe, dass ein Wurm in seinem Mund war. „Wer bist du?“, fragte ihn der Wal. „Ich bin ein Wattwurm, aber ich bin ganz stark, pass ja auf! Und wer bist du? Du siehst aus wie ein Wal. Aber du bist grün und richtige Wale sind nicht grün, sondern schwarz und weiß“, brummte der Wurm. „Ich weiß ja auch nicht, wer ich bin, deshalb bin ich auf der Suche nach jemandem, der mir sagen kann, woher ich komme und zu wem ich gehöre, denn ich bin sooo alleine“, jammerte der kleine grüne Wal ganz traurig. Der Wurm klopfte ihm auf die Flosse und sagte ganz lieb: „Nenn mich Watti, ich werde dir beim Suchen helfen, aber nur wenn ich dabei auf deinem Rücken sitzen darf.“ „Hallo Watti“, strahlte der Wal, „na klar darfst du auf meinem Rücken sitzen und mitkommen, denn dann bin ich nicht mehr so alleine. Lass uns schnell losschwimmen.“
Nachdem sie einige Stunden geschwommen waren, rief der kleine grüne Wal: „Hey Watti, was ist los? Du sagst ja gar nichts mehr!“ „Waaaaas? Warum weckst du mich?“, gähnte der Wurm. „Es war so super bequem auf deinem Rücken, da bin ich eingeschlafen.“ „Du sollst doch aufpassen, ob du was siehst! Auf dich ist aber auch kein Verlass“, meinte der Wal. „Ich, ich, ich sehe was!“, schrie Watti laut. „Es sieht aus wie ein Berg mit vielen langen Fäden dran.“ Sie steuerten direkt darauf zu. „Was ist das?“, fragte sich der Wal. „Hilfe, Hilfe schnell weg!“, schrie Watti, „ein Krake!“. Aber da hatte der Krake schon seine langen Arme um den kleinen grünen Wal gewickelt und ließ ihn nicht mehr los. Watti zappelte schnell davon und rief andauernd: „Jetzt ist alles aus, jetzt ist alles aus!“ Der Krake öffnete seine Augen und sah den kleinen grünen Wal. „Wer bist du denn? Kein Wal ist so grün und hässlich wie du. Wenn ich dich fresse, vergifte ich mich ja.“ Ruckzuck ließ er den Wal wieder los. Mit Tränen in den Augen bedankte sich der Wal und fragte, ob der Krake nicht wüsste, woher er wohl kommen könnte? „Keine Ahnung, so was wie dich hab’ ich noch nie gesehen und ich will mit dir auch nichts zu tun haben, lass mich in Ruhe. Versuche es mal Richtung Süden, dort sind vielleicht komische grüne Wale, oder was immer du auch bist.“ Schnell schwamm er davon und der kleine grüne Wal war auf einmal ganz alleine. „Wo ist denn nur Watti?“ Er rief ihn ganz laut: „Watti, Watti, wo bist du nur?“…
Es geht spannend, traurig aber auch lustig weiter! Seid Ihr neugierig geworden? Wollt Ihr die spannenden Abenteuer von dem kleinen grünen Wal und seinem Freund Watti bis zum Schluss miterleben???
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Der kleine grüne Wahl
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